Nicht nur reden, sondern handeln

Transgenialer geht es immer – Regenbögen, wo man sie nicht erwartet

Homos wohnen nicht außerhalb des Rings und schon gar nicht am Stadtrand – so lautet die überzeugte Meinung (und Empfehlung) vieler schwächelnder Schwuchteln und launischer Lesben und traniger Transen. Und Prinzessinnen würden es eigentlich genauso meinen. 😉

Aber wir alle sollten zumindest zur Kenntnis nehmen, dass das letztlich eben doch nur subjektiver Unsinn ist, wie auch die folgende Aufnahme belegt:

Regenbogenfahne im MV Märkisches Viertel
Zur Bedeutung der Regenbogenfahne.

Beim Transgenialen CSD 2009 gab es in diesem Jahr einige wenige Regenbogenfahnen zu sehen. Fotos haben das Westmonster, die andere Person und meine homophile Exzellenz jedoch – anders als in den Vorjahren (08) (07) (06) – nicht geschossen, stattdessen einfach nur die (überwiegend unterspannte) Atmosphäre auf uns wirken lassen, dabei aber immerhin die Anwesenheit vieler zauberhafter Menschen – einschließlich der aus den ersten Zeilen – genossen. 😉

Der Transgeniale CSD 2006 übrigens hob Mediaspree versenken aus der Taufe, lange bevor ein alternder Nachwuchsdespot mit dem leidlich hübschen Namen Carsten das Ruder an sich riss und der Reihe nach alle homophilen Menschen und sonstigen Que(e)rulanten aus der Initiative rausekelte und dabei – „sorry, aber es musste mal ein Zeichen gesetzt werden“ – auch meiner zähen Wenigkeit handfeste Gewalt androhte.

Einen ganz guten Bericht über den diesjährigen CSD gibt es hier: Analyse, Kritik & Aktion. Die nicht allzu transgeniale Möchtegerngang um den rappenden Immobilienmakler Bushido wurde auch bereits hinreichend porträtiert, zum Beispiel in diesem und in diesem Beitrag der Mottenpost. Aus irgendeiner Perspektive wird vielleicht sogar ein kleines Regenbögelchen zu sehen sein, während eine Salve Wasser oder Bier in Bushidos Richtung fliegt.

Alle wieder heil zuhause angekommen? Gut, dann bis nextes Jahr!

The Ostprinzessin

P.S. „Gerüchteweise“ wurde noch bekannt, dass der Ausfall einer der Redebeiträge mit dem Bushido-Vorfall zu tun haben soll; Person X war offenbar in den spritzigen Nahkampf verwickelt – getreu dem Motto: Nicht nur reden, sondern handeln.

4 Antworten auf „Nicht nur reden, sondern handeln“

  1. ja, das festival war wohl depri, opri!

    neverdelassie: „schwuchteln“ sagen rechte, „schwuppen“ die innigen. isnich mehr so? schade.

    ne faustregel: als kid aufm land, als jungmensch innie stadt bis prostata putt, als greis wieder raus. funzt seit thomas münzer, wenn man sich (und seine kids) halbwegs dran hält.

    bock auf ne landpartie, seniorenkaff-kaffe schlürfen, rollator bestaunen und määääääähdrescher?

    you´re welcome, honey!

    bestgreetz

    r.po

  2. Antwortmöglichkeiten:

    (a) Ich als Schwuchtel definiere selbst und ganz allein und notfalls auch ganz einsam, ob ich andere Schwuchteln als Schwuchteln bezeichne.

    (b) Als „innig“ würde ich mich nun gerade nicht bezeichnen wollen, mir fällt aber auch kein passendes Gegenstück ein.

    (c) „schwäch“ und „Schwuch“ ist einfach besser als „schwäch“ und „Schwupp“.

  3. @TheO

    mag sein, theO, dass du allein definierst, was, wer/wen, wann, wo, warum; der haken ist nur der, dass jene, die die definitionshoheit beanspruchen, dir grässlich aufs maul hauen, weil sie ausser ressentiments und fäusten wenig andres kennen.

    da wir in verhältnissen leben, die marginalisieren, pathologisieren, segregieren, ist es kein nachteil, wenn man bestimmte wortgruppen bestimmten gesellsch. gruppen „überlässt“.

    und ja, ich kenn das beispiel mit den niggas, geschenkt.

    innig? nimm´s nicht wörtlich, bidde. insider.

    was meint ad c „schwäch“? vor allem im konnex mit schwuch, zumal letzteres „ch“ schwyzrig kehlt?

    greetz

    r.po_

  4. Stimmt schon, es kehlt verschieden. Aber Du liest Dir ja nicht laut vor, oder?

    Und nochmal zu den „Schwuchteln“. Wenn ich diesen Begriff nicht selber auch benutzen würde, dann würde ich mich jedes Mal furchtbar erschrecken, wenn er in meiner Gegenwart getönt wird.

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