Lauti

Blühende Häuserlandschaften

Für die einst in kapitalistischer Blüte-, sogenannter Gründerzeit errichteten Mietwohnhäuser des Ostens, die dann unter anderem zwei Weltkriege, einen Kalten Krieg sowie mindestens zwei Weltwirtschaftskrisen überstanden, dabei vom real existierenden Staatspartei-Sozialismus zunächst materiell und anschließend vom real existierenden Parteiendemokratie-Kapitalismus sozial und ideell zugrunde gerichtet wurden, schließt sich nun der Kreis; ihr Schicksal ist besiegelt: Sie werden ihrer allzeit wahren Bestimmung überantwortet – totaler Verwertung und Rendite –, jener Kunst, die aus Geld abermals Geld macht, um dann aus mehr Geld noch mehr Geld zu machen.

Die dazugehörigen Prozesse tragen Namen wie „Gentrifizierung“ und „Verdrängungssanierung“. In Prenzlauer Berg, genauso wie in Mitte und in Friedrichshain, haben sich nur wenige Häuser der Verwertungslogik entziehen lassen. Manche ereilt ihr kapitalistisches Schicksal spät. Auch dem letzten Mieterkollektiv in meiner Straße droht nun sein Ende. Vor dem Haus wurde symbolhaft ein Anhänger der Immobilienfirma „Dominanz 2000“ geparkt, und um den ganzen Rest kümmern sich dann die „Berlin Partner“ in der Profi Partner AG.

Kollektiv im Widerstand: www.s30a.blogspot.com