Lauti

Freisein, das uns wird

Wo steh ich? Die traurigen Täler lagen hinter mir. Durchschritt ich sie zu schnell, fand ich sie vor mir, zu Gebirgen aufgeworfen.

Trennen uns die Berge? Wir sehen durch sie hindurch. Wenn unsere Blicke ankommen, wenden sie und schauen auf uns zurück.

Sind wir frei? Freiheit auf ihrem Thron spottet aller Begehren. Wer unten ist, kost ihre Zehen, wer oben ist, dient ihrem Schoß.

Wer sind die da oben? Sie kaufen sich frei vom Hass, den sie säen, und bezahlen mit der Furcht, die sie lehren.

Wer sind die da unten? Sie erwerben den Hass, den sie ernten und erlernen die Furcht, der sie dienen.

Wo sind wir? Wir gruben nach dem Erz der Revolution, als die Schächte einstürzten. Es ist finster und die Luft wird knapp.

Freisein, wo ist es – Freisein, wo ist es?

Ich nähm an wärmendes Feuer dich, am Fuße des Tempels, zum Rande des Wäldchens, das unser Garten ist, wo wir in den Gräsern lägen, hinaus zur Himmelsfront sehend, in eine weite Lichtung, hinauf zu den stummen Zeugen, in Unendlichkeit. Was fehlte nur: Ein äsendes Reh.

Neben mir schläft der Tod. Das Ende der Leine halten große, ölige Hände, die alles Schaffen bezeugen, alle Vernichtung, Hände, die jedes Mal tragen. Wenn wir zu leicht atmen, wecken wir Misstrauen, schwerer Atem ist ihm ein Lächeln wert.

Du nähmst meine Angst mir aus zerschlagenen Händen, gekrümmten Gliedern, in die sie floh. Du trügst meinen Rest an den Strand allen Vergessens und gäbst ihn in den süßen Sand. Dass bei Flut es ihn zu sich hole, an seinen tiefsten Grund.