Lauti

Senatorin meets Prinzessin

In zufälligem Rahmen traf mit mir in Berlins touristischer Mitte vor einigen Tagen eine Senatorin des Berliner Senats zu zwanglosen Gesprächen zusammen, während derer die Frau Senatorin so ausgiebig wie hemmungs- und bedenkenlos berlinerte.

Nachdem sie vor zwei Jahren zur Senatorin gekürt worden war, war sie das einzige Mitglied der Berliner Regierungsriege, welches berlinerte. Dies galt als Erkennungs- und Markenzeichen, das der ihrerseits gewählten Proklamation, den Boden unter den Füßen nicht verlieren zu wollen, vortrefflichen Ausdruck verlieh.

Öffentlich berlinert Frau Senatorin mittlerweile nicht mehr.

Unsere Unterhaltung nahm ihren Lauf. Nach einigen Erörterungen der politischen Lage in Berlin, deren Schwerpunkt sich im Thema „Macht und Manipulation“ bildete und dabei die Themen „Privatisierung“, „Kalkulatorische Kosten“ und „Volksbegehren“ sowie verschiedene weitere Bereiche der Stadtentwicklungspolitik umfasste, zeigte sich die Senatorin überaus angetan: „Ick merke schon, wir mögen uns besonders.“

Ihre Worte entbehrten einer gewissen Ironie nicht. Hinsichtlich dieser Äußerung der geehrten Frau Senatorin schätze ich mich daher in außerordentlichem Maße froh, mitunter sogar glücklich, etwaige Missverständnisse oder Ungenauigkeiten, die im Zuge unserer Gespräche eventuell hätten auftreten mögen, bereits nach kürzester Zeit ausgeschlossen und der Frau Senatsmitglied deutlich und wiederholend für ihre bemerkenswert entschlossene Mitwirkung an der unheilvollen Politik des Senats die ihr gebührende Anerkennung entgegengebracht zu haben.

Die Frau Senatorin wollte oder konnte sich zu den inhaltlichen Ergebnissen der Unterredung bislang nicht äußern.