„Ich geh am Ende immer leer aus“

Betancorband im Quasi

Die Popette Betancor ist eine Unterhalterin von allererster Güte. Heute präsentiert sie ihre hispanoiden Musik- und Textstücke mit gewohnter Leichtigkeit und angestrengter Choreografie. Denn ja, sie ist ein Clown. Das verraten nicht zuletzt ihre Mimik und die ausgeprägte Unfähigkeit zu geschmeidiger Bewegung. Ihr Tanz wirkt spastisch und oft hilflos und genau damit kokettiert sie und auch dafür lieben wir sie.

Wenn ein Stück am Beginn nicht richtig funktionieren will, wird es kurzerhand gestrichen. Mit eigenen Patzern und kleinen Ausfällen geht die Popette gewohnt souverän um. Sie nimmt sich da nicht zu ernst, ist sich gleichwohl bewusst darin, dass ihre textlichen, musikalischen und kabarettistischen Verkündungen Maßstäbe setzen und die Genres weiterentwickeln.

„Auch Marx und Lafontaine wären an meiner Seite“ singt sie voller Selbstverständlichkeit, doch in ebensolcher augenzwinkernder Hinterlist. Und wenn sie Lust darauf hat, borgt sie sich Lieder von den Sternen (Universal Tellerwäscher) und Madonna (Materialistische Welt).

Susanne Betancor ist immer eine „Kämpfer, Kämpfer, Kämpferin“ gewesen, doch in letzter Zeit gewannen ihre Stücke deutlich an Explizität. Konsequenterweise erfährt das Publikum während einer Überleitung von der paritätischen Veranlagung der Künstlerin. Sie habe das ganze Angebot von Männlein und Weiblein zur Auswahl, könne sich aber gar nicht gut entscheiden. Daher: „Ich geh am Ende immer leer aus.“

Wir dafür niemals.

Popette Betancor im Quasimodo leidenschaftlich

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