Princess meets God

Soberngrad, Februar 2014

Pfalz of Soberngrad

Pfalz of Soberngrad

Bad Room Soberngrad

„bad roomimpression

Dancing Ljudmila

Dancing Ljudmila

Fount of God, Ostprinzessin

Princess meets God at Fountain of God.

East Princess found of God

Found of God.

Princess meets Popjesus

David Hasselhoff gegen Goliath

Bremen, 1991 – Ankunft des zukünftig ewigen Bademeisterdarstellers, späteren Akoholkranken sowie früheren Freunds und Fahrers des sexiesten Automobils der 80er, der 1989 als modisch funkelnder Popjesus mit dem Hit Looking for Freedom über der Berliner Mauer schwebte. Am Sonntag gibt David Hasselhoff eine Pressekonferenz für das Bündnis „East Side Gallery retten!“.

„How can you tear down the wall that signifies freedom, perseverance and the sacrifice of human life?“, twitterte Ex-Sexiest Man Alive David Hasselhoff zu Beginn des Monats. Am kommenden Sonntag nun wird David in einem orangeroten Heiligenkostüm über den Großen Teich schreiten, um in Berlin spazieren zu gehen und dabei nach der schwindsüchtigen Freedom zu sehen, um die er und Millionen andere so lang ersuchten – eine Freiheit ohne „new dimension of living without compromise“, eine Suche nach würdiger Authentizität im Todesstreifen, eine Mahnung, die letzten Reste der Berliner Mauer nicht für immer aus dem von wechselhafter Geschichte gemalten Stadtbild zu radieren. Shame on you, Berliner Senat, again, again and again.

Am Sonntag rettet David Hasselhoff die East Side Gallery.

14 Uhr am Kulturklub Yaam, East Side Gallery, Berlin

Es wechseln die Zeiten

Am Freitagabend hatte ich die Ehre, in der Orangerie Oranienburg eine Strophe aus Brechts Moritat von Mackie Messer singen zu dürfen, a capella mit Gisela May … thank YOU! Ein wahrhaftiger Moment voll Zärtlichkeit.

Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.

Paul Werner Wagner im Gespräch mit Gisela May.

Eine Veranstaltung der Friedrich-Wolf-Gesellschaft.
„Kunst ist Waffe!“ F. Wolf

Sie gehört zu den wenigen Frauen, deren Namen man mit der sparsamen Beifügung „die“ verbindet. Frauen, deren Persönlichkeit Geschichte und Kunst gleichermaßen beschreibt: Die Dietrich, Die Weigel, Die Greco und eben Die May. Ihre Interpretation der Brechtsongs setzte Maßstäbe, auf der ganzen Welt sind ihre Schüler anzutreffen. Und im Osten überkommt einen ein Hauch von Überlegenheit, wenn man Gisela May auf der Bühne des Brecht-Theaters in den großen Rollen sah und nicht nur die „Muddi“ der beliebten Fernsehserie „Adelheid und ihre Mörder“.

Am Grunde der Moldau wandern die Steine
Es liegen drei Kaiser begraben in Prag.
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine.
Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.

Es wechseln die Zeiten. Die riesigen Pläne
Der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
Und gehn sie einher auch wie blutige Hähne
Es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt.

Bertolt Brecht

Liebs Giselschen, flieg mer net zum Himmel nauf, isch weiß ja net, ob Du wieder nunnerkommscht! Ferdinand May

Monoman spontan: Vernunft sich ersann

Besuch bei Theo und Emilie

Lieber Theodor,

in der Unruh Deiner Ruhestatt,
heut, an Deines Grabes Rand,
da stand und schwankt ich,
dacht hin, dann wieder her –
mit jedem Schwenk trug Es
sich höher, grub sich tiefer,
wog sich schwer – stiller
Verzweiflung heisre Schrei’
sich schrien, bis Vernunft
meiner sich ersann, Deiner
Worte Trost entliehn.

Ostprinzessin, 2011

Die Frage bleibt

Halte dich still, halte dich stumm,
Nur nicht forschen, warum? warum?
Nur nicht bittre Fragen tauschen,
Antwort ist doch nur wie Meeresrauschen.
Wie es dich auch aufhorchen treibt,
Das Dunkel, das Rätsel, die Frage bleibt.

Theodor Fontane, 1888

Erhabe dich seiner…

Man beachte auch die Analogie bzgl. sich gegenübersitzender Dichter/Engelswesen.

Fort…

Mystisch: Raum-Zeit-Kontinuum-Spalte, vormals „Himmlischer Pfad“.

Ostprinzessin meets B-Meister Hanke

Im Rahmen einer Diskussion über die Rolle von Kunstarbeit bei der Aufwertung von Wohngebieten mit günstigem Wohnraum traf die Ostprinzessin auf Berlin-Mittes Bürgermeister Christian Hanke, Sozialwissenschaftler Andrej Holm, Regine Rapp und Chris de Lutz vom Art Laboratory Berlin, sowie auf ein zahlreich erschienenes, interessiertes Publikum. Als Ort der Diskussion war ganz bewusst eine Galerie der Kolonie Wedding gewählt worden. Der Galerienverbund gilt im Wedding als einer der Hauptakteure bei der Veränderung von Kultur und Image des Soldiner Kiezes.

Berlin-Mittes Bürgermeister Christian Hanke und Ostprinzessin

B-Meister Dr. Christian Hanke (SPD) und Ostprinzessin

Zur Einstimmung auf die Diskussion präsentierte die Ostprinzessin die Gentrification-Satire „Ich bin’s nicht gewesen“. Das Publikum verfolgte den Beitrag aufmerksam und nahm ihn mit einigem Wohlwollen zur Kenntnis.

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Und auch der Bürgermeister, dem während des Vortrags einige Lacher entfuhren, klatschte am Ende Beifall. Die Ostprinzessin äußerte sich dazu in gebührender Weise: „Über den Herrn Doktor Bürgermeister lache ich auch immer gern.“

Chris de Lutz, Karin Baumert, Andrej Holm, Christian Hanke, Ostprinzessin

Chris de Lutz, Karin Baumert, Andrej Holm, Christian Hanke, Ostprinzessin

Christian Hanke sorgte mit seiner Äußerung, dass er die Aufwertung begrüße und unbedingt den Mittelstand in den Wedding locken wolle, für einigen Gesprächsstoff. Er wolle sich aber auch für die Idee einsetzen, dass die stadteigenen Wohnungsbaugesellschaften in den betroffenen Gebieten günstigen Wohnraum schaffen und anbieten. Zuvor hatte Gentrification-Kritiker Andrej Holm in einem ausführlichen Beitrag die Mechanismen erklärt, die zunächst zur Aufwertung eines Stadtteils und dann zur Verdrängung großer Teile der Bevölkerung durch Mietsteigerungen führen. In seinem Beitrag beschrieb der Sozialforscher die Schnittstellen von immobilienwirtschaftlicher Aufwertung und Kultur, lenkte den Blick dabei auf die Künstler, stellte Überlegungen für eine aufwertungsneutrale Kunstpraxis an und veranschaulichte einige künstlerische Interventionen in Aufwertungskonflikten.

Regine Rapp und Chris de Lutz, Kreuzberger Galeristen im Weddinger Kiez, kritisierten zwar die kapitalistische Struktur im Allgemeinen und schossen sich auf den Schwur ein, ihre Galerie nichtkommerziell betreiben zu wollen, landeten jedoch mit ihren Gedanken und Antworten regelmäßig neben den Fragestellungen der Diskussion. Auch die Fragen der Subventionierung und der Fördergelder blieben offen. Lieber stellten sie in aller Opulenz ihre derzeitigen und bereits abgeschlossenen Projekte vor. Glücklicherweise zog die Moderatorin und Stadtsoziologin Karin Baumert zwei Repräsentanten von ExRotaprint in die Diskussion, die eloquent auf die sozialen Fragen des Themas einzugehen wussten. Sie stellten ihren Ansatz einer gezügelten Vermarktung des Kunst-Images anhand von Beispielen aus der Praxis dar und beschrieben ihre vielseitigen Erfahrungen in der Begegnung mit Gewerbetreibenden sowie mit der von Armut betroffenen Bevölkerung vor Ort. Mahnend wandten sie sich an ihre Künstlerkollegen, rangen sich aber nicht durch zu einem kritischen Wort gegenüber ihrem politischen Partner aus dem Rathaus.

So blieb die Ostprinzessin, zwischen allen Stühlen sitzend, am Ende ihren nachdenklichen Worten vom Beginn der Veranstaltung treu:

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„Ich (…) blicke der Kunst tief hinein in ihre schönen Augen. Ich schaue der Kultur auf ihre Mäuler und lausche jedes wahren Wortes Klang, möge er auch noch so verstimmt sein. Es begeistert mich immer wieder aufs Neue, an der Instrumentalisierung der Kultur, ihrer Macht, ihrem Missbrauch und ihrer Manipulation teilzuhaben.“ Die ganze Satire hier.

Senatorin meets Prinzessin

In zufälligem Rahmen traf mit mir in Berlins touristischer Mitte vor einigen Tagen eine Senatorin des Berliner Senats zu zwanglosen Gesprächen zusammen, während derer die Frau Senatorin so ausgiebig wie hemmungs- und bedenkenlos berlinerte.

Nachdem sie vor zwei Jahren zur Senatorin gekürt worden war, war sie das einzige Mitglied der Berliner Regierungsriege, welches berlinerte. Dies galt als Erkennungs- und Markenzeichen, das der ihrerseits gewählten Proklamation, den Boden unter den Füßen nicht verlieren zu wollen, vortrefflichen Ausdruck verlieh.

Öffentlich berlinert Frau Senatorin mittlerweile nicht mehr.

Unsere Unterhaltung nahm ihren Lauf. Nach einigen Erörterungen der politischen Lage in Berlin, deren Schwerpunkt sich im Thema „Macht und Manipulation“ bildete und dabei die Themen „Privatisierung“, „Kalkulatorische Kosten“ und „Volksbegehren“ sowie verschiedene weitere Bereiche der Stadtentwicklungspolitik umfasste, zeigte sich die Senatorin überaus angetan: „Ick merke schon: wir mögen uns besonders.“

Ihre Worte entbehrten einer gewissen Ironie nicht. Hinsichtlich dieser Äußerung der geehrten Frau Senatorin schätze ich mich daher in außerordentlichem Maße froh, mitunter sogar glücklich, etwaige Missverständnisse oder Ungenauigkeiten, die im Zuge unserer Gespräche eventuell hätten auftreten mögen, bereits nach kürzester Zeit ausgeschlossen und der Frau Senatsmitglied deutlich und wiederholend für ihre bemerkenswert entschlossene Mitwirkung an der unheilvollen Politik des Senats die ihr gebührende Anerkennung entgegengebracht zu haben.

Frau Senatorin Lompscher wollte oder konnte sich zu den inhaltlichen Ergebnissen der Unterredung bislang nicht äußern.