Ich bin schwarz

28. März 2015

KoNGOland: eine fesselnde Entlarvung des lukrativen Business „Entwicklungszusammenarbeit“. Spannender Einblick, fein pointiert – ironisch, sarkastisch, ernstgemeint zugleich; eine Operation am offenen Herzen, im Theaterdiscounter.

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KoNGOland / eine theatrale Fallstudie

kongolandWeiß hilft Schwarz. Helfen ist heilsam, denn dann können wir etwas tun. Von uns für Afrika. Aus Gesprächen mit deutschen Expats und Entwicklungszusammenarbeitern montiert Nina Gühlstorff den Text zu einer aktuellen Theaterstudie über den Glauben ans Helfen. KoNGOland zeichnet das Netz einer strahlenden Charity-Kultur, wie sie uns gefällt. Und es mag am deutschen Wesen, einmal noch die Welt genesen.

die-welt-wird-schwarzAuf der Bühne steht der deutsche Brunnenbauer in Afrika. Er ist auch Expat, NGO-Mitarbeiter, Entsendeorganisation, Aussteiger und Kulturbotschafter. Er betreibt Technologie-, Wissens- oder Bildungsexport, sammelt Hilfsgüter und Spenden und kennt die Transportwege in Richtung Global South. Er hat aus seinen Vorstellungen und in seinen Warenlagern ein Land entwickelt, von dem er hier als KoNGOland berichten wird.

kongoland-stueckDer Schauspieler Laurenz Leky war im Kongo unterwegs und erzählt von seinen Reisen und zahlreichen Begegnungen vor Ort. Im lebendigen Dialog mit den Zuschauern argumentiert er aus verschiedenen Sichtweisen und versucht die Dokumentation eines fiktiven Kongolands, bevor es vielleicht schon bald gänzlich verschwunden sein wird: „Die Welt wird schwarz“, prophezeit der Philosoph Achille Mbembe und entwickelt ein neues Weltbild. Leky macht uns auf ganz eigene Weise durch den unverstellten Blick zurück mit dieser Zukunft bekannt.

Princess meets Königin Ester

5. März 2015

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Berlin, Purim 2015

Beruf: Terrorist

21. Februar 2015

/ multimediales Bootcamp zu Antiislamismus und Jihadismus

Seit einem Jahr hat sich der Performer äußerlich und innerlich der islamistischen Szene angenähert, sich eingefühlt und kundig getan – heute nun präsentiert er einen Zwischenstand seiner Metamorphose. Im Mittelpunkt der Publikumspräsentation stehen Ausbildung und Trainingseinheiten. Mit leuchtenden Augen beschreibt der Performer einerseits die Ästhetik eines Anders Breivik, andererseits die lächerlich anmutende Agitation verschiedener Salafisten und Islamisten. Entstanden ist ein durchaus interessanter Beitrag zum Thema „Empathie für Hassprediger“, aber eben auch eine größtenteils langweilende, teils schwer nachvollziehbare „Recherche“-Arbeit ohne besonderen Erkenntnisgewinn. Im Theaterdiscounter.

„Im kommenden Bürgerkrieg willst Du nicht zwischen den Fronten aufgerieben werden. Was tun? Die Gegner der Demokratie ernst nehmen heißt, Integration als virtuelle Kampftechnik zu kultivieren. Du bist Anders Breivik, du bist Dennis Cuspert, du bist die Pegida, du bist Al-Qaida, du bist Charlie Hebdo, du bist tolerant.“ (aus dem Produktflyer des ANDERS™-Systems)

andersbootcampIm Sommer 2011 zündete Anders B. in Oslo eine Autobombe und erschoss anschließend auf der Insel Utøya mehr als 60 junge TeilnehmerInnen eines sozialdemokratischen Nachwuchs-Camps. Wenige Monate später zog die Polizei aus einem halb verbrannten Wohnmobil in Eisenach den NSU in die deutsche Öffentlichkeit, während sich in einer Hinterhofmoschee in Solingen die Millatu-Ibrahim gründete, deren führende Mitglieder mittlerweile für den „Islamischen Staat“ kämpfen.

anders_internilSeit Anfang 2014 wühlt der Berliner Kulturschaffende Arne V. im Auftrag von internil in einem Haufen islamfeindlicher und jihadistischer Propaganda. Als waschechter weißer männlicher einsamer Kulturwolf trainiert er Muskeln und Hirn, studiert Schriften und Videos, verleibt sich täglich im Internet die großen Hasschöre des postpolitischen Deutschlands ein. Er arbeitet hart an seiner Zukunftsfähigkeit und einer neuen Erfolgsperformance für internil. Seine Fortschritte dokumentiert er unter http://anders.internil.net.

anders-bootcamp-tdIn den letzten Monaten haben auf deutschen Straßen „Hooligans gegen Salafisten“ und „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands“ demonstriert. Der IS veröffentlichte ein Video, in dem Deutschlands berühmtester Jihad-Propagandist Dennis C. einen frisch abgeschnittenen menschlichen Kopf in der Hand hält. Wir hätten Charlie gewesen sein können. Täglich tobt sich in den Kommentaren deutscher Zeitungen und Online-Medien eine Aggression aus, die nicht neu ist, aber sich zunehmend organisiert. Politikmüdigkeit in Deutschland? Dann hoffen wir lieber, dass niemand aufwacht.

Februar 2015: Angesichts der jüngsten Entwicklungen am Extremismus-Markt hat internil beschlossen, in die konzeptuelle Offensive zu gehen. Um sich neben PEGIDA als weiterer Newcomer auf dem politischen Bildungsmarkt zu etablieren, wurden Arnes authentische Erfahrungen zu einem theatralischen Dienstleistungsprodukt weiterentwickelt. Erstmals präsentieren er und seine Klone (inter)kulturell interessierten Gästen nun die Coaching-Module des ANDERS™-Systems. Im kurzweiligen Pecha-Kucha-Bootcamp-Format können Sie im Theaterdiscounter aktiv islamfeindliche, jihadistische und kulturmarxistische Extremismen trainieren und Ihre politischen Verdrängungskapazitäten testen.

Fight Palast

11. Februar 2015

Ein kurzweiliges, exzellent gespieltes, überraschend sinnreich-politisches Schaustück aus der Schweiz: handfest, herzlich, hieb- und stichfest. Von und mit Dennis Schwabenland, Christoph Keller und Nina Mariel Kohler, im Theaterdiscounter.

/ auf den Spuren der Generation Y: Join the Club!

Sind aufgewacht und haben diese #wutimbauch:

Wer macht mit? #aufdiefresse! #PENGPENG!

Keiner braucht die #zermürbendenroutinen und #wiederkehrendenmuster unseres Alltags, die #selbstlügen und unsere #beschissenendigitalen:-)profile! Wir geben nen Fick auf #moralischeselbstkontrolle und #hipster-narzissten!

Wir sind nicht frei, wir sind #generationY! ROFL! #hashtag

Wir werden selbst zum #FIGHT! Palast: #workout #training #kämpfen @abgefuckte_Mucki-Bude & @Drecks-Prekariats-Nebenjob! $$$

Lust auf Deine #animalischbrutaleseite und Deine #zerstörungskraft! #lassesraus

Wer eignet sich? Wirst DU aufgenommen? #membersonly!?

fightpalast_tdPENG! Palast kreiert seine eigene Kampfarena, lebt seine unterdrückten Sehnsüchte aus und geht durch die eigenen idealistischen Utopien k.o.! Bisher eher kampfunerprobt experimentierten PENG! Palast mit Strategien und Aktionen des Kultromans Fight Club und stürzten sich in wochenlanges knochenhartes Kampftraining von Kickboxen über K1 bis zu Muay Thai.

fightpalastFür FIGHT! Palast wurden eigene Erfahrungen mit mies bezahlten Nebenjobs, stinkig-stickigen Kickboxkellern und persönliche Erlebnisse aus kuschligen Selbsthilfegruppen mit Szenen aus dem 90er Jahre Roman verwoben. Der Kultroman der Generation X beweist sich dabei als überraschend praxistauglich für eine kritische Auseinandersetzung mit der vermeintlichen Freiheit und Selbstbestimmung der Generation Y.

Nur wer das Risiko einer Niederlage eingeht, kann auch siegen. Join the Club!

Auf & Auf für alles Andere

7. Februar 2015

Heute, 19 Uhr – Auf & Auf
Abteilung für Alles Andere
Ackerstr. 18, Berlin-Mitte

Die Tattoomuseumswerkstatt
Rhythmische Bildnarben

Wir drehen die Kunstsache, die Sache mit der Kunst, mal ein wenig um. Unsere künstlerischen Fertigkeiten und Fähigkeiten stehen euch, den RezipientInnen zur Verfügung. Tragt einen Stimmungsbegriff an uns heran, wir setzen diesen, für eine kleine eigendynamische Spende, grafisch und melodisch hautnah um. Mit euch gemeinsam entsteht in dieser Werkstatt ein archivierendes dokumentarisches Arrangement aus Bild- und Klangerzeugnissen, welches darauf vom 11.-13.02.2015 noch einmal als Gesamtkonstrukt gesichtet werden darf.

Der Gedanke, die Skizze, das Zerwürfnis und die (letztendliche) Ver(s/n)etzung, entweder als Erstlingswerk oder Neubestimmung von Vorhandenem, den Charakter nicht mehr tragend. Das Endliche, Unendliche, scheinbar Unwiderrufliche als Suche und (feste) Entscheidung wie auch etwaige (In-)Fragestellung. Eine Hommage an den Zeitgeist und das, was ein (Ich-)Gefüge (re-)präsentiert. Als Statement zur (besiegelten) Zugehörigkeit. Wir entscheiden unterschiedlich. Frank Walter (freischaffender Künstler, Tätowierer und Grafiker / Peine), Bianca Gröger (freischaffende Künstlerin, [Justiz-]Pädagogin und Doktorandin der Ästhetischen Erziehung und Bildung / Leipzig & Berlin)

Gleichgestellte Gäste: Andreas Hachulla (Architekt, Musiker und Grafiker / Berlin) und TANZ DEN TEXT, BABY – A U F & A U F (Berlin & Potsdam).

Marten Mühlenstein und Ulrich Miller formten Ende 2014 das deutschsprachige DIY-Pop-Duo AUF&AUF. Seither arbeiten sie an ihrem Platten-Debüt. Erste Ergebnisse werden noch in diesem Frühjahr zu hören sein. Im Rahmen der Tattoomuseumswerkstatt werden AUF&AUF spontan improvisierend auf die Publikumswünsche reagieren.

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Das große Spekulantenlynchen

24. Januar 2015

Eine Bande Grandes Dames wehrt sich gegen die Vertreibung aus ihrem Bohème-Viertel. „Wir oder Ihr!“ skandieren sie und ertränken die Spekulanten in den Pariser Kanälen. Das Ensemble Mariakron versetzt die unauffällig brutale Boulevardkomödie von Jean Giraudoux von der Seine an die Spree und inszeniert sie als Schlachtfest gegen urbane Durchschnittlichkeit.

die-irre-von-chaillotCornelius Schwalm radikalisiert das betulich angestaubte Theaterstück für die lokal-emanzipative Verwertung. Seine Inszenierung diagnostiziert jene sich über Berlin stülpende neuartige Ordnung, die droht, unseren sympathischen Moloch in die politisch-gesellschaftliche Seelenlosigkeit anderer Städte einzureihen. Durch die Aufwertung ganzer Viertel gedeiht eine leicht zufriedenstellende Klientel und die Unbequemen werden an den (Stadt-)Rand gedrückt. Peu à peu werden Freiheit, Chaos und das raue Temperament Berlins überpinselt und glatt geputzt. Schnödes Ruhemonopol der Besitzer statt tönende Clubseeligkeit der Bewohner. Oder zertrampelt der Durchschnittliche die Phantasten, die Lichtscheuen, die Seltsamen-Einsamen, die Träumer und nachgiebig Nicht-Integrierbaren?

Die ausgemachten Zerstörer werden in einem knallharten Schauprozess zum Tode verurteilt und Berlin aus dem Würgegriff befreit. Klappe zu, Kapitalist tot: Die Guten haben über die Bösen gesiegt. So einfach ist das. Die Spekulanten-Makler-Besitzer-Spießer verwesen im Keller, oben errichten wir romantische Inseln. Dem Aufbruch in eine ungewisse, aber neue Zukunft steht am Ende dieses Abends jedenfalls nichts mehr im Wege.

Mit Silvina Buchbauer, Mareile Metzner, Robert Rating, Anne Retzlaff, Matthias Rheinheimer und Verena Unbehaun, im Theaterdiscounter.

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Bo bo body and soul

22. Januar 2015

Klassenvorspiel der Gesangsklasse Annette Goldbeck-Löwe
Musikschule Fanny Hensel
Puttensaal, Berlin-Wedding
22.01.2015, 19.00

Somebody Loves Me (1924), Klavierbegleitung: Markus Wenz
Text: Ballard MacDonald, Buddy De Sylva. Kompostion: George Gershwin

Body and Soul (1930), Klavierbgleitung: Marten Mühlenstein
Text: Edward Heyman, Robert Sour, Frank Eyton. Komposition: Johnny Green

Broadway im Discounter

18. Dezember 2014

Ein durchaus freudiger Spaß für besondere Freunde des Musical-Genres.

Libretto / hommage total ans Musical

libretto_hommage_totalGlamour und große Gefühle, vorweihnachtlicher Broadwayglanz in Berlin. Auf der Showtreppe und zu Gast im Theaterdiscounter: Die Königin des Entertainments, das Musical. LIBRETTO legt das Regelwerk von Musicals offen und seziert das Genre genussvoll. Treffsicher auf der Schnittstelle zwischen Tanz und Theater kreiert Paula Rosolen mit LIBRETTO ein Post-Musical-Szenario ohne zu ironisieren.

Aus Interviews mit Darstellern, Musikern und Lehrern entwickelt Rosolen eine choreographische Erzählung über die innere Struktur der ihr bis dahin fremden Kunstgattung. Sie zerlegt das Musical in die Einzelteile Theater, Musik, Tanz und überprüft, wie sich diese Elemente wechselseitig beeinflussen und auch getrennt voneinander verhalten. Tänzerische und theatrale Sequenzen sowie Lieder bestehender Musicals werden herausgelöst und uminterpretiert. Hochemotionale Geschichten kunstvoll nicht zu Ende erzählt. Eine Sologesangsnummern eindrucksvoll gestisch und mimisch, aber vollkommen stumm vorgetragen.

Und natürlich darf die berühmte Chorus-Line nicht fehlen! Zwölf Berliner Gäste und fünf professionelle DarstellerInnen erarbeiten für die Berliner Fassung von LIBRETTO bildschöne, gut gelaunte Momente, die den Glamour und die große Gefühls- und Darstellungswelt des Gesamtkunstwerks Musical widerspiegeln. Statt in virtuose Synchronie zu verschmelzen, ist das Kapital dieser Chorus-Line ihre Vielfalt.

Im Theaterdisounter.

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Havin’ a heat wave

14. Dezember 2014

14.12.2014, 17 Uhr: Weihnachtskonzert u. a. mit dem Musical-Ensemble der Musikschule Fanny Hensel, u. a. mit Marten Mühlenstein und East Princess, in der Himmelfahrtkirche am Humboldthain, Berlin.

Heat Wave (Irving Berlin, 1933) / Snow (Irving Berlin, 1942)
Let It Snow (T.: Sammy Cahn, K.: Jule Styne, 1945)

Dichtungsring #37

6. Dezember 2014

Poetry Slam in der Roten Fabrik, Zürich, verdient erobert von Meike Harms und Tino Bomelino, in einem Feldzug aus politischer Satire, begeisterndem Humor und absurdem Theater.

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„Literarischer Wettstreit“ ist schon gar kein Ausdruck mehr für das was geschieht, wenn sich die grossartigsten Poetinnen und Poeten aus dem In- und Ausland mit ihren Texten duellieren und dabei so wunderbar friedlich bleiben. Unter anderem mit dabei sind, der grossartige Tino Bomelino aus Stuttgart, der nachdenkliche Wortzauberer Tobias Gralke, der Kabarettist und Finalist der CH-Meisterschaften Jan Rutishauser, der Poesie-Grossmeister Ken Yamamoto aus Berlin, und die Bayern-Meisterin Meike Harms. Das Publikum bestimmt den Sieger, wie sich das gehört, zu gewinnen gibt es eine Flasche Whisky, wie sich das ebenfall gehört und moderiert wird der Spass von Etrit Hasler und Phibi Reichling und wie sich das am Samichlaustag erst recht gehört, rundet DJ Rastapopoulos den musikalischen Rahmen mit einem zu diesem Tag passenden Programm ab.

Erotic Crisis

28. November 2014

Anregend. Herzlich. Musikalisch. Intelligent:
Erotic Crisis von Yael Ronen, im Gorki Theater.

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Fulminanter Singsang

9. November 2014

Kein schöner Land – ein postpatriotischer Liederabend im Gorki Theater.

kein-schoener-land-gorki

Boogie Blues Princess

9. November 2014

Das hab’ ich in Paris gelernt (Horst-Heinz Henning, 1957)
in einer Interpretation von Marten Mühlenstein und East Princess
heute beim Boogie Blues auf der Bühne des La Luz – Beginn: 11 Uhr

Am Klavier: Markus Wenz, Musikschule Fanny Hensel

La Luz
in den Osram-Höfen
Oudenarder Str. 16
Berlin-Wedding

Mau Mau Mauerfälle

8. November 2014

Spannender Aufbau, etwas zäher Verlauf.

Dialektisches Festbankett und Maurisches Soljanka-Gelage, im Rahmen des Mauerfälle Festivals im Theaterdiscounter.

Am Vorabend des 9. November veranstalten wir ein dialektisches Festbankett und Maurisches Soljanka-Gelage mit 25 Liebesgedichten von 25 Autoren aus der DDR zum 25. Jahrestag des Falls der Mauer.

mau-mauGemeinsam mit den 25 Mitwirkenden nimmt das Publikum Platz an zwei ost-westlichen gedeckten langen Tafeln beidseitig des „Liebesstreifens“, und lauscht 25 Liebesgedichten von Kolbe, Kirsch, Biermann, Endler, Erb, Lorenc, Struzyk, Arendt, Kunze, Döring, Mickel, Brasch, Kahlau, Papenfuß, Rosenlöcher u.a. – gesungen, gesagt, getanzt, geschwiegen und gegrölt. Einer der Höhepunkte: die Ode Schön ist ein Volk in waffenlosem Aufruhr des DDR-Braunkohletage-Bauarbeiters und Büchner-Preisträgers Wolfgang Hilbig. An beiden Enden der Tafel laufen Perlen der Fernsehkunst aus DDR und BRD von 1961 bis 1989, es erklingt live die Erkennungsmelodie Sandmännchen Ost & West, es reiten beide Winnetous im wilden Osten & Westen, zusammen werden wir das Mauerlied der NVA umdichten u.v.m.

Anschließend Liebesstreifen-Party!

mau_mauModeration: BEIDE MESSIES, Musik: Bo Wiget (Cello), Manuel Rösler (Piano), Reiner Witzel (Sax). Mit Matthias Breitenbach, Klaus Wildermuth, Leopold von Verschuer, Andreas Müller, Kirsten Hartung, Alexandra von Barsewisch, Meike Rötzer, Aurélie Maurin, Tatiana Stepantchenko-Bogdan, Lew Bogdan, Jan Uplegger, Martin Engler, Thomas Böhm, Susann Schulze, Silke Buchholz, Dorothee Metz, Li Hagman, Susanna Metzner, Carsten Hueck, Tony de Maeyer, Christiane Mensa-Attoh, Stephan Kammer, Emilia Annacker, Martha Koepp, Kerstin Beyerlein, Matthias Rheinheimer, Søren Gahrmann u. a.; special guest aus Prenzlauer Berg: Ekkehard Maaß, aus Lissabon: Teresa Albuquerque. An den Töpfen: Anton & Frederic. Erdacht von Leopold von Verschuer. Dramaturgie: Kerstin Beyerlein.

DIE MAUER | CTEHA

5. November 2014

Sympathisch aufwendig gelesene, wenngleich anstrengend zu verfolgende Geschichte, wieder und wieder umtönt von oftmals konzentrationsstörender Musik.

Wort-Sound-Performance nach Leonid Andrejew

die-mauer-ctehaMehr als eine Lesung: Mit kalkweißen Gesichtern, von schwarzen Kimonos umflattert, stürzen sich zwei fulminante Sprecher im Stimmenduett in den Abgrund einer der makabersten von Leonid Andrejews apokalyptischen Erzählungen, in der eine Horde Leprakranker verzweifelt versucht, auf stöhnender Erde in ächzender Nacht die sie umgebende Mauer zu überwinden. Dazu erzeugt der Plattenvirtuose DJ Illvibe seine suggestiven Geräuschphantasien.

die_mauer_ctehaLeonid Andrejew (1871-1919) wurde als zunächst viel beachteter expressiver Erzähler zeitweise von Maxim Gorki gefördert. Seine düsteren Erzählungen entsprachen jedoch nicht dem revolutionären Zeitgeist, seine Weltsicht verdüsterte sich zunehmend, er geriet in Vergessenheit und starb verbittert in Finnland. Die visionär-makabre Erzählung DIE MAUER wurde nie auf Deutsch veröffentlicht.

DJ Illvibe begann mit fünfzehn in Hip-Hop-Clubs aufzulegen. Er ist DJ der Dancehallband Seeed (bis 2005) und der Berliner Hip-Hop-Gruppe Moabeat. Mit dem Jazzpianisten Alexander von Schlippenbach und Aki Takase veröffentlichte er 2005 das Album Lok. 03. Er arbeitet er an vielen Musikprojekten in Berlin aktiv mit und ist DJ in Berliner Clubs. Als Mitgründer des angesagten Produzententeams THE KRAUTS hat er maßgeblichen Anteil an der Wiederbelebung des deutschen HipHop.

Kirsten Hartung spielte in Berlin, Basel und Zürich und ist in zahlreichen Hörspielen im Deutschlandradio und dem Bayerischen Rundfunk zu hören, darunter als brillant vielstimmige Solistin im Hörspiel „Gilsbrod“ von Sabine Bergk und diversen Hörspielen von Kathrin Röggla.

Sebastian König von 2008 bis 2012 im Ensemble der Volksbühne, brillierte zuletzt in Berlin und Paris in der Hauptrolle des Stücks „Die Sonne“ von Olivier Py (aktueller Leiter des Festival d’Avignon), das dieser für die Volksbühne schrieb und inszenierte.